Fahrradbekleidung richtig waschen
30 °C Feinwaschgang, kein Weichspüler, kein Trockner, alles mit Polster in den Wäschesack. Mehr braucht es nicht.

Funktionsbekleidung geht selten kaputt, weil sie schlecht ist. Sie geht kaputt, weil sie falsch gewaschen wird. Weichspüler, Trockner und 60-Grad-Programme zerstören Mesh-Strukturen, Polster-Schäume und Imprägnierungen schneller als jede Tour.
Die Grundregeln
- 30 °C, Feinwaschgang. Reicht für Schweiß und Straßenschmutz völlig aus.
- Kein Weichspüler, niemals. Er legt sich wie ein Film über die Fasern und verstopft genau die Kanäle, die Schweiß nach außen transportieren sollen.
- Kein Trockner. Die Hitze lässt Polster-Schäume kollabieren und Elasthan ausleiern. Lufttrocknen reicht, Funktionsfasern sind in wenigen Stunden trocken.
- Reißverschlüsse zu, auf links drehen. Schützt Druck-Motive, Reflex-Details und die Maschine.
- Wäschesack für alles mit Polster.
Das Polster richtig behandeln
Das Sitzpolster ist das empfindlichste Teil deiner Ausrüstung. Wasche Hosen mit Polster, zum Beispiel aus den Fahrradhosen Herren, nach jeder Tour, Schweiß und Bakterien greifen den Schaum an und können Sitzprobleme verursachen. Bei 30 °C im Wäschesack, lufttrocknen, fertig. Welches Pad in deiner Hose steckt, erklärt der Sitzpolster-Guide.
Imprägnierung auffrischen (PFAS-frei)
Wenn Wasser auf der Regenjacke fürs Fahrrad oder Softshell nicht mehr abperlt, sondern einzieht und dunkle Flecken zieht, ist selten die Membran kaputt. Meist ist die Imprägnierung erschöpft, also die wasserabweisende Ausrüstung des Obermaterials (DWR). Die lässt sich zu Hause auffrischen.
Wann ist es so weit?
Der Test dauert zehn Sekunden: ein paar Wassertropfen aufs trockene Obermaterial. Perlen sie ab, ist alles in Ordnung. Ziehen sie ein, ist Nachimprägnieren fällig. An Schultern und Ärmeln lässt die Wirkung zuerst nach, dort arbeiten Rucksackträger und Reibung dagegen.
Wash-in oder Einsprühen?
- Wash-in: kommt als Zusatz in die Waschmaschine und behandelt das ganze Teil gleichmäßig. Praktisch, wenn die Imprägnierung flächig nachgelassen hat.
- Einsprühen: wird gezielt von außen aufgetragen. Die bessere Wahl bei Jacken mit Membran, weil die Innenseite unbehandelt bleibt und weiter Feuchtigkeit nach außen transportiert. Auch gut für einzelne Stellen wie die Schulterpartie.
Beides bekommst du im Fachhandel. Wichtig ist nur: erst waschen, dann imprägnieren. Auf verschmutztem Material hält keine Ausrüstung.
Wärme aktiviert die Wirkung
PFAS-freie Imprägnierungen verlieren ihre Wirkung schneller als die alten fluorhaltigen. Sie brauchen zwei Dinge: regelmäßiges Auffrischen und Wärme. Milde Wärme richtet die wasserabweisende Ausrüstung nach dem Waschen oder Imprägnieren wieder auf, zum Beispiel im Trockner auf niedriger Stufe oder mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe und einem Tuch zwischen Eisen und Stoff. Das gilt nur, wenn das Pflegeetikett des Teils Trockner oder Bügeln erlaubt, und nur für Jacken und Hosen ohne Polster. Für alles mit Sitzpolster bleibt es dabei: kein Trockner.
Welche unserer Modelle ab Werk PFAS-frei imprägniert sind, erkennst du an der Kennzeichnung am Produkt. Was dahinter steckt, erklärt die PFAS-frei-Seite.
Wenn etwas kaputt geht: reparieren
Ein Sturzloch im Trikot oder eine aufgegangene Naht ist kein Grund für die Tonne. Wir reparieren im Haus, statt neu zu verkaufen. Melde dich beim Kundenservice, bevor du ein beschädigtes Teil abschreibst.
Häufige Fragen
Wie oft soll ich Radbekleidung waschen?
Alles mit Hautkontakt nach jeder Tour: Hose, Underpant, Baselayer, Socken. Trikots je nach Schweiß, Jacken und Westen deutlich seltener.
Welches Waschmittel ist das richtige?
Flüssiges Fein- oder Sportwaschmittel. Pulver kann sich in dichten Geweben ablagern. Spezial-Sportwaschmittel sind kein Muss, aber bei Geruchsproblemen einen Versuch wert.
Darf Funktionsbekleidung auf die Heizung?
Besser nicht direkt. Die Hitze belastet Elasthan und Membranen, häng sie daneben statt darauf.
Warum riecht mein Trikot nach dem Waschen noch?
Meist Weichspüler-Rückstände oder zu volle Trommel. Einmal ohne Weichspüler mit halber Beladung waschen, das löst das Problem in den meisten Fällen.
Wie oft muss ich nachimprägnieren?
Nach Bedarf statt nach Kalender: mach den Tropfen-Test. Perlt Wasser nicht mehr ab, ist es Zeit. Bei einer regelmäßig getragenen Regenjacke mit PFAS-freier Ausrüstung heißt das oft ein- bis zweimal pro Saison.
Reicht Nachimprägnieren ohne Trockner und Bügeleisen?
Es funktioniert auch ohne, mit milder Wärme wird die Wirkung aber gleichmäßiger und hält länger. Entscheidend ist das Pflegeetikett: erlaubt es keinen Trockner und kein Bügeln, lass die Jacke einfach vollständig an der Luft trocknen.















