Podium, Aufholjagd und Kampfgeist
Beim Rennen der UCI Gravel World Series in Polen konnte der nächste Podiumsplatz für das Protective Factory Team gefeiert werden.
Am 7. Juni machte die UCI Gravel World Series Station in Jakuszyce, Polen. Die Strecke führte über 120 Kilometer und 2.400 Höhenmeter durch das raue Terrain des polnischen Riesengebirges – ein Kurs, der den Fahrerinnen und Fahrern des PROTECTIVE Factory Teams alles abverlangte: lange Anstiege, steinige Schotterpassagen und technische Abfahrten, die bei einsetzendem Starkregen zur schlüpfrigen Rutschpartie wurden.
Theresa Rindler-Bachl gelang ihr bisher bestes Saisonergebnis: Mit Platz drei fuhr sie zum ersten Mal in diesem Jahr auf ein UCI-Podium und sicherte sich zugleich die WM-Qualifikation. Nach einem schnellen, intensiven Start konnte sie sich taktisch clever in der Spitzengruppe positionieren – vor allem in den technischen Passagen spielte sie ihre fahrerische Klasse aus und fuhr immer wieder nach vorne. „Auch wenn die Beine eher mittelmäßig waren, lief es taktisch perfekt. Der Regen ab der Rennhälfte hat das Ganze nochmal deutlich schwieriger gemacht – umso schöner, dass ich ohne Defekt durchgekommen bin“, resümierte Theresa zufrieden. Ihr Fazit: ein intensives Rennen, das zeigt, dass die Formkurve wieder deutlich nach oben zeigt.
Luca Dressler zeigte erneut eine starke Leistung – auch wenn ihm das Rennen einiges abverlangte. Früh im Rennen konnte er sich in einer achtköpfigen Spitzengruppe etablieren und sogar kurze Zeit solo in Führung gehen. Doch dann der Rückschlag: In einer Abfahrt nach etwa 40 Kilometern erwischte es seinen Hinterreifen. Trotz hektischer Reparatur mit Plug und Kartusche war die Gruppe weg. Was folgte, war eine beeindruckende Aufholjagd – gemeinsam mit einem weiteren vom Defekt betroffenen Fahrer kämpfte Luca sich Position um Position zurück. Am Ende sprang Platz 9 heraus. „Ich war stark unterwegs – ohne den Defekt wäre sogar ein Platz unter den Top 5 möglich gewesen“, so Luca selbstkritisch. Seine Daten bestätigen das: Die Fahrzeit hätte für Rang 4 gereicht.
Lea Kremsreiter musste früh im rennen einen Rückschlag verkraften: Ein locker gewordener Bremshebel zwang sie bei Kilometer 40 zum Anhalten – die Spitzengruppe war weg. Auch in der Feedzone bei Kilometer 60 konnte sie das Problem nicht beheben und musste den Rest des Rennens überwiegend im Unterlenker Fahren. „Hat aber irgendwie trotzdem funktioniert“, meinte Lea mit einem Augenzwingkern. Der einsetzende Starkregen ab Kilometer 80 machte die technisch widrigen Abfahrten zur Herausforderung. „Ich hatte teilweise kaum noch Sicht, der Dreck flog unter die Brille – aber genau das war auch irgendwie das Abenteuer heute.“ Trotz der Hindernisse fuhr sie mit starken Beinen auf Platz 8 – ein weiteres Top-10-Ergebnis, das Mut macht für die kommenden Rennen.
Andreas Schrottenbaum, der in Polen bereits zum dritten Mal an diesem Rennen teilnahm, zeigte sich routiniert und fokussiert. Bis Kilometer 45 hielt er sich in der Spitzengruppe und konnte das Renngeschehen aktiv mitgestalten. Auf dem längsten Anstieg musste er dann jedoch abreißen lassen und verbrachte die letzte Stunde des Rennens allein im strömenden Regen. Drei kleinere Kettenabwürfe bremsten ihn kurzzeitig, konnten den positiven Gesamteindruck jedoch nicht trüben. „Ich bin mi tdem 14. Platz zufrieden – vor allem, weil ich fast anderthalb Stunden in der Spitzengruppe fahren konnte und das Material trotz der Bedingungen gehalten hat.“, so Andi. Besonders zufrieden war er mit seiner Reifenwahl – vorne Schwalbe Pro One R, hinten der Pro One RS – , die sich auch bei Nässe bewährte.